Energieeinsparverordnung (EnEV)

Die EnEV 2013/2014Die heutige Energiesparverordnung (EnEV) geht zurück auf das Energieeinsparungsgesetz (EnEG 1976) sowie auf die Wärmeschutzverordnung (WSchVo 1977) aus den 1970er Jahren. Nachdem die Organisation der Erdöl exportierenden Länder (OPEC) im Herbst 1973 aus politischen Gründen bewusst die Fördermengen an Erdöl drosselte, stieg der Ölpreis innerhalb kurzer Zeit um circa 70 %. Daraufhin verhängte die Bundesregierung ab Ende November 1973 ein Fahrverbot an vier aufeinanderfolgenden Sonntagen sowie zeitlich befristete Geschwindigkeitsbegrenzungen für Autobahnen und Landstraßen.
Außerdem wurde das Gesetz zur Einsparung von Energie in Gebäuden, kurz Energieeinsparungsgesetz, als Teil des deutschen Wirtschaftsverwaltungsrechts verabschiedet, um die Heizungen in sämtlichen privaten und öffentlichen Häusern und Wohnungen zu überprüfen beziehungsweise zu erneuern, wenn sie zu viel Energie verbrauchten.

Baukredit - hier im Vergleich

 

Die Energieeinsparverordnung im Wandel der Zeit

Die erste Fassung der Energieeinsparverordnung wurde am 1. Februar 2002 rechtsgültig. Sie ersetzte die bis dahin bestehende Wärmeschutzverordnung (WSchV) und die Heizungsanlagenverordnung (HeizAnlV), indem sie die Inhalte dieser beiden Verordnungen zusammenfasste. Die zweite Fassung der Energieeinsparverordnung erfolgte im Jahr 2004. Die Europäische Union hat sich in den folgenden Jahren ausführlich mit dem Thema Energiesparen auseinandergesetzt, sodass die Mitgliedsstaaten mehrere neue Richtlinien umsetzen mussten. Aus diesem Grund folgten eine Neufassung der Energieeinsparverordnung am 1. Oktober 2007, eine Novelle im November 2013 sowie eine weitere Änderung der Verordnung, die seit dem 1. Mai 2014 Gültigkeit hat.

Die Ziele der Energieeinsparverordnung

Das primäre Ziel der Energieeinsparverordnung ist die Reduzierung des Heizenergiebedarfs von Gebäuden sowie des damit verbundenen CO2-Ausstoßes. Daher zählt nicht nur ein niedriger Energiebedarf der Immobilien, sondern auch der Einsatz regenerativer Energien. Wird ein Haus mit

  • Sonnenenergie
  • Wasserkraft
  • Biomasse
  • Erdwärme (Geothermie)
  • Windkraft
  • Deponiegas
  • Klärgas
  • Grubengas

zusätzlich zu Strom, Gas oder Öl mit Energie versorgt, wirkt sich dies positiv auf die Energiebilanz aus. Jeder Bauherr ist verpflichtet, bautechnische Standardanforderungen zu beachten, die den effizienten Energiebedarf der Immobilie oder des Bauprojektes betreffen. Nach der neuesten Energieeinsparverordnung werden nicht nur Anforderungen an Bauteile oder Gebäude gestellt, sondern auch an die Heizungsanlagentechnik. Darüber hinaus finden der Wärmebedarf für Warmwasser, der Energiebedarf für Brenner, Regler und Pumpen sowie die Luftdichtheit des Gebäudes und der Wärmeverlust durch Wärmebrücken Berücksichtigung.  Für Hausbesitzer bestehen außerdem Nachrüstfristen zur Aufrechterhaltung der energetischen Qualität der betroffenen Immobilien.

Der Geltungsbereich der Energieeinsparverordnung

Die Verordnung ist gültig für Wohngebäude, Büros und bestimmte Betriebsgebäude, die klimatisiert oder beheizt werden. Daher findet die EnEV für Büros und für Wohngebäude Anwendung, die im Jahr mindestens vier Monate bewohnt werden und die unter Einsatz von Energie gekühlt oder beheizt werden. Aber auch Gebäudeteile, in denen sich der Heizungsraum, die Haustechnik oder die Beleuchtungstechnik der Immobilie befinden und die ebenfalls beheizt oder klimatisiert werden, unterliegen der EnEV. Für gewerblich genutzte Immobilien muss die Energieeinsparverordnung nur dann angewandt werden, wenn die Räume im Jahr mindestens vier Monate beheizt beziehungsweise zwei Monate gekühlt werden und wenn die erforderliche Temperatur mindestens 12° C beträgt.

Energieeinsparung bei Neubauten

Energieeinsparverordnung bei NeubautenDie Regelungen der aktuellen EnEV 2014 gelten bei Neubauten erst ab dem 1. Januar 2016. Entscheidend ist das Datum, an dem der Bauantrag bei den zuständigen Behörden eingereicht wird. Die Berechnung der Energieeinsparung erfolgt anhand des sogenannten Jahres-Primärenenergiebedarfs. Es handelt sich um eine komplizierte Rechenmethode unter Berücksichtigung verschiedener Faktoren. Die Ergebnisse der Berechnungen werden in der Energieeinsparverordnung in einer Tabelle aufgeführt. Die derzeitigen Angaben der erlaubten Endenergie müssen Neubauten ab dem 1. Januar 2016 nochmals um 25 % unterschreiten, während gleichzeitig der Wärmebedarf einer Immobilie durch eine bessere Wärmedämmung um weitere 20 % gesenkt werden soll.

Energieeinsparung bei Altbauten

Für bestehende Gebäude gelten im Falle einer Modernisierung oder Sanierung abweichende Bestimmungen im Vergleich zu Neubauten. Die Immobilienbesitzer müssen außerdem einige Austauschpflichten oder Nachrüstfristen beachten, für die die EnEV bestimmte Termine vorgibt. Allerdings gelten diese Bestimmungen nur für Mehrfamilienhäuser sowie für Ein- und Zweifamilienhäuser, in die der Eigentümer nach dem Jahr 2002 selbst eingezogen ist. So müssen zum Beispiel bestimmte Heizkessel, die vor dem 1. Oktober 1978 eingebaut wurden, ausgetauscht werden, der Hausbesitzer muss die Rohre für Heizung und Warmwasser in unbeheizten Räumen dämmen und der Mindestwärmeschutz der obersten Geschossdecken in unbeheizten Dachräumen muss einen bestimmten Wert aufweisen.

Kontrolle durch Schornsteinfeger und Experten

Die Heizung eines Gebäudes sowie die ordnungsgemäße Dämmung der Rohre werden durch den Bezirksschornsteinfeger im Rahmen der Feuerstättenschau regelmäßig auf die Einhaltung der Vorgaben der Energieeinsparverordnung überprüft. Klimaanlagen müssen regelmäßig durch fachkundige Personen geprüft werden, die dem Hausbesitzer eine Bescheinigung mit den Prüfungsergebnissen ausstellen müssen. Bei Sanierungen oder Umbauten sind einige Veränderungen genehmigungspflichtig im Sinne der EnEV. Die Genehmigung erteilt ein Sachverständiger für Wärmeschutz. Für genehmigungsfreie Bauvorhaben muss das ausführende Unternehmen eine Bestätigung erstellen, dass die Vorgaben der EnEV eingehalten wurden. Der Eigenheimbesitzer ist verpflichtet, diese sogenannte Unternehmererklärung mindestens fünf Jahre aufzubewahren.

 

Ähnliche Seiten

Haacke Haus

Passivhaus