lohnende Umschuldung - nach optimaler PlanungSeit einigen Jahren bewegen sich die Zinsen für Konsumkredite und Baufinanzierungen gleichermaßen auf historisch niedrigem Niveau. Wer heute ein Darlehen aufnimmt, stellt sich dabei deutlich günstiger als ein Kreditnehmer vor fünf Jahren oder mehr. Immer häufiger fällt in den letzten Jahren der Begriff „Umschuldung“. Es stellt sich jedoch die Frage, ab wann sich eine Umschuldung lohnt und welche Strategien angewendet werden sollen.

Was bedeutet eigentlich „Umschuldung“?

Kurz formuliert bedeutet Umschuldung, dass ein bestehendes Darlehen durch ein neues Darlehen abgelöst wird. Dabei muss zwischen einer Umschuldung und einer Anschlussfinanzierung unterschieden werden.

Bei der Anschlussfinanzierung ist die vereinbarte Dauer der Zinsbindung abgelaufen und für die Restschuld wird ein neues Darlehen, entweder bei der selben Bank oder bei einem anderen Institut, verhandelt. Im Gegensatz zur Umschuldung fallen bei einer Anschlussfinanzierung keine Vorfälligkeitszinsen an. Neben der Vorfälligkeitsentschädigung müssen Kreditnehmer bei einer Baufinanzierung im Rahmen der Umschuldung noch mit Nebenkosten rechnen:

Bei einem Wechsel der Bank muss die Sicherheit, die Grundschuld, auf das neue Institut übertragen werden. Eine kostenintensive Löschung und Neubestellung der Grundschuld ist allerdings nicht notwendig. Banken akzeptieren untereinander eine notariell beglaubigte Abtretung. Diese ist deutlich günstiger.

günstiger Bauzins - hier im Überblick

 

Die Vorfälligkeitsentschädigung stellt eine Kompensation für die Bank hinsichtlich der entgangenen Zinsen dar und wird von den Banken selbst berechnet. Verbraucherschutzorganisationen bemängeln bei Baufinanzierungen die fehlende Transparenz in der Berechnung. Es ist auf jeden Fall empfehlenswert, die Vorfälligkeitszinsen durch eine Verbraucherschutzorganisation prüfen zu lassen. In vergangenen Jahren konnten rund 90 Prozent der vorgelegten Kalkulationen zugunsten der Kreditnehmer modifiziert werden. Bei Ratenkrediten fällt die Berechnung der Vorfälligkeitsentschädigung deutlich einfacher aus. Bei einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr beträgt sie ein Prozent, bei einer Restlaufzeit von weniger als einem Jahr 0,5 Prozent.

Die Strategie zur Umschuldung

Wer sich mit dem Gedanken trägt, aus einer teureren Finanzierung in eine günstigere vor Ablauf der Zinsbindung zu wechseln, sollte sich gründlich vorbereiten.

  • Als Erstes gilt es, dass Sie bei der Bank die Summe der Zinsen für die Restlaufzeit bei der Bank abfragen.
  • Lassen Sie sich die eine verbindliche Auskunft über die Höhe der zu zahlenden Vorfälligkeitsentschädigung ausstellen. Die Überprüfung der Zahlen durch den Verbraucherschutz ist empfehlenswert.
  • Beträgt die Restlaufzeit der Zinsbindung beispielsweise drei Jahre und Sie möchten eine neue Zinsbindung über zehn Jahre eingehen, lassen Sie sich für die ersten drei Jahre der neuen Festschreibung die Summe der Zinsen berechnen.
  • Nur wenn die Summe der künftigen Zinsen zuzüglich der Vorfälligkeitsentschädigung und sonstiger mit der Umschuldung verbundener Kosten niedriger ausfällt als die Summe der Zinsen für die Restlaufzeit des bestehenden Kredites, ist eine Umschuldung sinnvoll.
  • Möchten Sie bei der selben Bank weiterfinanzieren, nutzen Sie Angebote aus einem Darlehensvergleich, um über günstigere Konditionen zu verhandeln.

Lohnt sich eine Umschuldung nicht, können Sie sich die aktuellen niedrigen Zinsen im Rahmen eines Forward-Darlehens zu einem späteren Zeitpunkt sichern.

Die Umschuldung auf internationalem Niveau

Umschuldungen findne nicht nur bei Privatpersonen statt, sondern werden auch von Staaten oder Organisationen durchgeführt. Hier finden Sie aktuelle vom Bundesfinanzministerium angegebene Umschuldungen auf internationaler Ebene.

 

 

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