Interview mit Barbara Schmid, Head of Corporate Communications von Immowelt über Strategien und Prognosen des Unternehmens

“ Immowelt.de ist unsere Leitmarke. Aktuell verhilft unsere breit angelegte Werbe-Kampagne immowelt.de zu einer noch größeren Bekanntheit. “


 

bauzinsen.com:  Immowelt und Immonet gehören seit 2015 zur Immowelt Holding AG und belegen Platz 2 und 3 der Immobilienportale in Deutschland. Ist es nicht nachteilig, mit 2 Portalen und identischem Geschäftsmodell gegen den Marktführer Immoscout24 anzutreten, statt mit nur einem Brand?


Barbara Schmid, Head of Corporate Communications von Immowelt

Barbara Schmid: Immowelt.de und immonet.de sind Portale mit hoher Bekanntheit. Beide genießen bei den Nutzern viel Vertrauen und werden von ihnen seit Jahren genutzt. Es ist sowohl gewerblichen wie auch privaten Anbietern möglich, ihre Objekte einmalig einzustellen und auf beiden Plattformen anzubieten, um dadurch ihre Reichweite zu erhöhen. Deswegen ist es gerade eine Stärke der Immowelt Group, mit beiden Portalen auf dem Markt zu sein. Anbieter erhalten die doppelte Reichweite, Suchende können die Plattform ihrer Wahl nutzen.

 

bauzinsen.com: Beide Immobilienportale generieren etwa 40% – 50% an Immobiliensuchen über Suchanfragen bei Google. Vor dem Zusammenschluss der Portale wurden die Suchbegriffe „Immowelt“ und „Immonet“ bei Google etwa gleich häufig nachgefragt. Seit 2015 ist diese Entwicklung entkoppelt. Laut Google Trends wird „Immowelt“ 2017 deutlich häufiger gesucht als „Immonet“. Wie erklären Sie dieses veränderte Suchverhalten?

Barbara Schmid: Immowelt.de ist unsere Leitmarke. Aktuell verhilft unsere breit angelegte Werbe-Kampagne immowelt.de zu einer noch größeren Bekanntheit. Im Zentrum steht ein Clip mit eigens komponiertem Song, der sowohl online wie auch im TV verbreitet wird. Auf YouTube wurde das Video inzwischen über 24 Millionen Mal angeklickt. Derartige erfolgreiche Werbekampagnen treiben auch die Suchanfragen im Internet nach oben.

bauzinsen.com: In 2016 konnte Immowelt mit dem DUO-Angebot für Makler den durchschnittlichen Umsatz pro Makler deutlich steigern. Ist dieser Trend noch aktuell bzw. sind hier noch Synergien möglich, z. B. über weitergehende Dienstleistungsangebote für gewerbliche Inserenten?

Barbara Schmid: Wir optimieren unsere Angebote für Makler stetig und bringen regelmäßig neue Produkte auf den Markt, um Immobilienprofis in ihrer Arbeit optimal zu unterstützen. Aktuell profitieren bereits viele unserer Kunden vom DUO-Angebot. Darüber hinaus gibt es aktuell das neue Produkt Mobile Held von Immowelt. Es platziert den Makler als exklusiven Werbekunden als Einzigen in seiner Region unter den Top-Suchergebnissen. Zudem wurde das Feature Live-Besichtigung – ein Tool für virtuelle Wohnungsbesichtigungen – im Oktober dieses Jahres auf der Expo Real in München erstmals vorgestellt und steht vor seinem Release. Weitere Produkte befinden sich in der Entwicklung.

 

bauzinsen.com: Mit Portalen zu Ferienimmobilien ist die Immowelt Holding AG z. B. in Frankreich erfolgreich. Wie schätzen Sie das Potenzial in Deutschland ein? Gibt es Pläne, hier stärker aktiv zu werden?

Barbara Schmid: Auf immowelt.de, immowelt.at sowie immowelt.ch können Interessenten auch Ferienimmobilien im Ausland erwerben. Ein Portal konkret für Frankreich gibt es innerhalb der Immowelt Group hingegen nicht.

 

bauzinsen.com: Die Immobilienpreise haben stark angezogen, Hausverkäufer können sich freuen. Bemerken Sie bereits ein Defizit (projektierte Objekte ausgenommen) auf der Angebotsseite?

Barbara Schmid: Richtig ist, dass es in gefragten Lagen teilweise zu deutlichen Preissteigerungen gekommen ist. Dieser Trend hält nun schon seit einigen Jahren an. Die aktuell niedrigen Zinsen beleben auf der anderen Seite jedoch auch den Immobilienmarkt. Häuser und Wohnungen werden jedenfalls auch gegenwärtig in großer Zahl angeboten und nachgefragt.

 

 bauzinsen.com: Die Nebenkosten stellen beim Immobilienerwerb eine deutliche finanzielle Belastung für den Käufer dar. Insbesondere Grunderwerbsteuer und Maklerkosten liegen fast immer im fünfstelligen Euro Bereich und bremsen so den Kauf von Immobilien. Welche Maßnahmen würden Sie der Politik empfehlen um die stagnierende Wohneigentumsquote anzuheben?

Barbara Schmid: Den höchsten Preisdruck erzeugen die Immobilienpreise in den gefragten Lagen. Hier gab es in den letzten Jahren tatsächlich einen starken Preisanstieg, der es privaten Immobilienkäufern in Städten wie München oder Hamburg schwer gemacht hat, sich ein Eigenheim zuzulegen. Wichtigstes Mittel, um die steigenden Immobilienkosten zu senken, ist daher die Bereitstellung von neuem, bezahlbarem Wohnraum. Dies ist sicherlich auch Aufgabe der Politik.
Aufgrund der niedrigen Zinslage kaufen Interessenten aber auch weiterhin Immobilien. Die Eigentumswohnung oder das Haus für den Eigenbedarf liegen aktuell sogar stark im Trend. Die größte Bremse beim Immobilienkauf stellt aktuell der starke Anstieg der Immobilienpreise dar.

Das Interview führte Rosemarie Vogl am 14.11.2017

 

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