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Bauzinsen Entwicklung 2022 – Prognose zur Bauzinsentwicklung 2022/2023

Für 2022 werden steigende Zinsen prognostiziert

2022 u. 2023 ist mit steigenden Zinsen zu rechnen

Entwicklung der Bauzinsen und Prognosen 2022Die Redaktion geht für 2022 und auch für 2023 von weiter steigenden Immobilienzinsen aus. Allerdings sollte sich bisherige Aufwärtsdynamik abschwächen. Die Trendwende ist bereits Geschichte: Das Niedrigzinsumfeld für die Baufinanzierung der letzten Jahre dürfte für lange Zeit obsolet sein: Die Bauzinsen Entwicklung erlebt in 2022 eine historische Kehrtwende. Die Höhe der Bauzinsen in 2022 und 2023 wird wesentlich mit über die Renditen der Bundesanleihen bestimmen. Die wiederum reagieren stark auf die Zinspolitik der EZB und in geringerem Maße auch auf die US-Leitzinsen. Die Notenbanken stecken in einem Dilemma: Die sehr hohen Inflationsraten im Euroraum und den USA rechtfertigen eine deutliche Anhebung der Leitzinsen. Auf der anderen Seite besteht die Gefahr einer Rezession, denn der Ukrainekrieg, die Lieferkettenproblematik und die Auswirkungen des Lockdowns in China bremsen die Wirtschaft heftig.

Die Notenbanken als Taktgeber der Bauzinsen Entwicklung

Inzwischen haben die beiden großen Notenbanken in den letzten Monaten 2022 bereits mehrmals die Leitzinsen in großen Zinsschritten von 0,75% angehoben. Die Leitzinsen liegen aktuell (November 2022) bei:

in Europa 2,0%
in den USA 3,75 – 4,00%

Die für den Zinsmarkt wichtigsten Fragen sind derzeit:
Bis auf welchen Zins werden die Notenbanken die Leitzinsen anheben (terminal rate) und
Ab welchem Zeitpunkt werden die Notenbanken die Leitzinsen wider senken.

Am Finanzmarkt wird in den USA der Gipfel-Leitzins bei rund 5% für den Mai 2023 eingepreist.

Anfang Januar wurde die Zinsentwicklung von den Analysten noch ganz anders eingeschätzt, da keine Leitzinserhöhung für 2022 am Markt eingepreist war, fiel die Bauzinsen Prognosen 2022 entsprechend verhaltend aus. Aber die hohe Inflationsrate im Januar 2022 im Euroraum von 5,1% brachte den Turnaround. Die globale Zinsentwicklung wird wesentlich durch die wichtigste Notenbank, der amerikanischen FED beeinflusst. Und die könnte aufgrund der hohen Inflation bereits im Juni 2022 die Leitzinsen erneut anheben. In Deutschland wird die Bauzinsentwicklung 2022 neben den EU-Leitzinsen auch von der weiteren Entwicklung der Corona Pandemie in Europa beeinflusst. Insbesondere die Letalität der Corona Mutante Omikron wird einen wesentlichen Einfluss auf den weiteren Zinsverlauf haben.

Während die kurzfristigen Zinsen wesentlich von den Leitzinsen der Notenbanken abhängen, werden die langfristigen Zinsen (10 bis 30 Jahre) eher durch die Renditen der Staatsanleihen bestimmt.

Der Finanzmarkt lebt mindestens so stark von der Zukunft wie von der Gegenwart. Deshalb spielen Inflationserwartungen und Zinserwartungen eine große Rolle. Und da sieht es für Bauherren 2022 und 2023, was die Erwartungen für die zufünftige Zinsentwicklung betrifft, gemischt aus (Abbildung 1).

Zinserwartung 2022: Der Markt erwartet steigende Zinsen

Abb. 1: Die Zinserwartung für die nächsten Monate in 2022: Eine Seitwärtsbewegung. Quelle: helaba.de

Der Corona Einfluss auf die Zinsentwicklung

Wenn die Corona Infektionszahlen und die Belegung der Intensivbetten mit Corona Patienten sinken, werden die Immobilienzinsen vermutlich in 2022 steigen. Sollte sich die Pandemielage weiter drastisch verschlimmern, ist mit sinkenden Zinssätzen zu rechnen, da die Wirtschaft erneut einbrechen würde. Die Deutsche Bank geht allerdings von einer Entschärfung der Corona Infektionen und niedriger Inflation in 2022 aus. Zum Jahresende 2022 prognostiziert die DB für eine 5-10 Jahre laufende Baufinanzierung einen Zinssatz von 1,45%. Bezogen auf den aktuellen Stand eine deutliche Bauzinsen Entwicklung nach oben.

aktueller Bauzins - hier vergleichen

In diesem Wiki möchten wir Ihnen einen Überblick geben, welchen Trend die Fachleute aufgrund der vorliegenden Indikatoren in den nächsten Monaten (und darüber hinaus bis zum Jahresenjde 2022 und bis in 2023 hinein) bei der Bauzinsentwicklung erwarten.
Das langjährige Zins-Tal ist bereits in 2016 durchschritten worden. Die Baufinanzierung wird auch Anfang 2022 noch sehr günstig bleiben, bevor zur Jahresmitte 2022 eine Trendwende einsetzten könnte. Der Zinsanstieg sollte allerdings auch dann moderat bleiben, da das Anstiegspotential aufgrund der EZB Zinspolitik nur gering ist.

Außerdem haben die verschiedenen Leitzinserhöhungen (2016, 2017 und zuletzt am 17. Dezember 2018) sowie die Rücknahme der geldpolitischen Lockerungen der amerikanischen Notenbank entgegen allen gängigen Lehrbuchmeinungen bisher  zu keinem nennenswerten Anstieg der Kapitalmarktzinsen geführt. Die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) vermutet in ihrem Quartalsbericht Dezember 2017 eine Entkoppelung bisher bestehender Zusammenhänge.

Bauzinsen Prognose 2022, 2023 und 2024

Die Zeit des ganz billigen Baugeldes ist vermutlich vorbei. Die Fachleute rechnen für 2022 und 2023 mit steigenden Zinsen. Die überwiegenden Annahmen der Experten sind für die Bauzinsen Prognosen in 2022:

eine stabile US Wirtschaft
deshalb Erhöhung der Leitzinsen in den USA in mehreren Schritten um je 0,50%
Erhöhung der Leitzinsen im Euroraum ab Sommer 2022 bis Ende 2022 auf dann 0% oder 0,25%.

Die Prognosen im Detail:

23.05.2022 Christine Lagarde, EZB-Präsidentin in ihrem Blogbeitrag: „Vor dem Hintergrund der oben vorgelegten Beweise gehe ich davon aus, dass die Nettokäufe im Rahmen des APP sehr früh im dritten Quartal enden werden. Dies würde uns im Einklang mit unserer Forward Guidance eine Zinserhöhung bei unserer Sitzung im Juli ermöglichen. Ausgehend von den aktuellen Aussichten dürften wir in der Lage sein, die Negativzinsen bis zum Ende des dritten Quartals zu verlassen.

11.05.2022 Dr. Joachim Nagel Präsident der Deutschen Bundesbank Rede auf der DZ BANK Kapitalmarktkonferenz 2022: „Der EZB-Rat erwartet, dass der Nettoerwerb im Rahmen des Programms zum Ankauf von Vermögenswerten (APP) im Sommer beendet wird. Die Nettokäufe könnten aus heutiger Sicht Ende Juni eingestellt werden. Meiner Ansicht nach sollte darauf zügig eine erste Zinsanhebung folgen, möglicherweise im Juli. ….
Es bleibt abzuwarten, wie viele Zinsanhebungen bis Ende des Jahres stattfinden werden.“

EZB: allg. Zinsen März 2022. Quelle: ecb.europa.eu

2022 2023 2024 2025
Dreimonats-EURIBOR [%] -0,4 0,3 0,7 ?
Rendite 10jähriger Staatsanleihen [%] 0,8 1,0 1,0 ?

Sollten die Prognsoen der EZB für 2022, 2023 und 2024 stimmen, dürften sich die Bauzinsentwicklung nach oben in Grenzen halten

Deutsche Bank:
Renditen 10-jähriger Bundesanleihen stehen aktuell bei 1,14 % Prozent (Stand: 09.05.2022). Auf Sicht von sechs
Monaten sieht die DB die Renditen bei 1,20 Prozent. Quelle: deutsche-bank.de

IfO Institut:
„Im Einklang mit der geldpolitischen Normalisierung dürften die Zinsen und Renditen an den Kredit- und Kapitalmärkten leicht anziehen. Zum Ende des Prognosezeitraums dürfte die Rendite für zehnjährige Bundesanleihen wieder leicht im Plus liegen. Das Finanzierungsumfeld für Haushalte, Unternehmen und Staat bleibt dennoch auf absehbare Zeit günstig.“ Quelle: ifo.de

interhyp Trendbarometer, Stand 23.05.2022:
„Die Mehrheit der Fachleute ist sich einig, dass es sowohl kurzfristig als auch im Verlauf des Jahres mit den Konditionen weiter bergauf gehen wird.“
Das Trendbarometer von interhyp zeigt für die nächsten 4 Wochen stagnierende Zinsen (50 %) bzw. steigende Zinsen (50 %) und für die mittel- bis langfristige Zinsentwicklung (6 – 12 Monate) steigende Zinsen (80 %) an,

PIMCO:
„Nach unserer Auffassung bleiben die langfristigen Faktoren, die für das niedrigere Niveau der neutralen Leitzinsen verantwortlich sind – darunter die demografische Entwicklung, das Gleichgewicht zwischen Sparraten und Investitionen sowie die hohen Schuldenniveaus –, weiter in Kraft………Dennoch bleiben wir bei der Grundannahme, dass die neutralen Leitzinsen niedrig bleiben und auch das endgültige Zinsniveau im nächsten Zyklus niedriger ausfallen könnte…………..Trotz der Möglichkeit kurzfristiger Zinsanstiege im Zuge der fortschreitenden Wirtschaftserholung gehen wir davon aus, dass die Zinsen auf lange Sicht in einer gewissen Bandbreite bleiben werden. “ Quelle: pimco.de

Postbank:
Die Postbank geht in ihrer Prognose für 2022 von diesem Szenario aus: „Vor diesem Hinter­grund wird eine weitere Auf­wärts­bewegung bei den Hypo­theken­zinsen für wahr­schein­lich gehalten“ (Abbildung 2):

Prognose der Immobilienzinsen in 2022

Abb. 2: Die Postbank erwarten für 2022 steigende Zinsen bei der Baufinanzierung. Quelle: Postbank

EZB lässt die Leitzinsen für „längere Zeit und weit über den Zeithorizont“ hinaus niedrig

Hintergrund für diese Einschätzung ist die Zinsentwicklung in den vergangenen Monaten, die trotz mehrfacher Leitzinsanhebung in den USA zu keiner gravierenden Anhebung der Kapitalmarktzinsen in Deutschland geführt hat. Die 10 jährigen Bundrenditen schwanken immer noch in einem langjährigen Korridor.

Die EZB hat auf Ihrer Sitzung am 22. Juli 2021 und in der anschließenden Pressekonferenz nochmals beteuert, die Leitzinsen frühestens im Sommer 2023 anzuheben: „Unsere Leitzinsen liegen seit einiger Zeit nahe ihrer Untergrenze, und die mittelfristigen Inflationsaussichten liegen nach wie vor deutlich unter unserem Zielwert.“ Damit verbleibt der Zinssatz für die Hauptrefinanzierungsgeschäfte sowie die Zinssätze für die Spitzenrefinanzierungsfazilität und die Einlagefazilität unverändert  bei  0,00%, 0,25% bzw.  – 0,40%.
Der EZB -Rat geht weiterhin davon aus, dass die EZB-Leitzinsen für längere Zeit und weit über den  Zeithorizont des Nettoerwerbs von Vermögenswerten hinaus auf ihrem aktuellen  Niveau bleiben werden.“

Die Bauzinsen sind selbst für die 20jährige Laufzeit zum 1. August 2021 mit 1,35% weit unter der wichtigen Marke von 2,00%. Die EZB wird allerdings alles unternehmen, um neben den Geldmarktzinsen (kurzfristige Zinsen wie Tagesgeldzinsen) auch die langfristigen Zinsen (Kapitalmarktzinsen) einigermaßen niedrig zu halten. Andernfalls würden die Finanzierungskosten der Südländer in der EU zu hoch und auch die allseits hohe Staatsverschuldung würde unfinanzierbar.

Bauzinsen Entwicklung von 2012 bis 2021

Wie die folgenden Abbildungen zeigen, sind die Immobilienzinssätze in den letzten Jahren deutlich gesunken. Die Abbildung 3 zeigt die Entwicklung der Wohnungsbaukredite an private Haushalte mit Zinsbindung von 1 Jahr bis 5 Jahre.

 Bauzinsentwicklung 1-5 Jahre Zinsbindung

Abb. 3: Bauzinsen Entwicklung: Mittleren Effektivzinssätze für Immobilienzinsen, Laufzeiten 1 – 5 Jahre anfängliche Zinsbindung, von 2003 bis Oktober 2021. Datenquelle: bundesbank.de

Während der Datenerhebung lag der höchste Zinssatz im Oktober 2008 mit 5,57%. Im Januar 2018 lag der  durchschnittliche Effektivzinssatz für diese Laufzeit bei 1,69% und im Oktober 2021 bei 1,33%. In den Monaten August, September und Oktober hat es eine Trendwende gegeben und die Zinsentwicklung stagniert bzw. die Zinsen nehmen wieder moderat zu.
Die Abbildung 4 zeigt, wie sich die Bauzinsen für Baukredite mit einer anfänglichen Zinsbindungslaufzeit von 5 – 10 Jahren entwickelt haben.

Bauzinsentwicklung 5-10 Jahre Zinsbindung

Abb. 4: Bauzinsen Entwicklung: Mittleren Effektivzinssätze für Immobilienzinsen, Laufzeiten 5 – 10 Jahre anfängliche Zinsbindung, von 2003 bis Oktober 2021. Datenquelle: bundesbank.de

Die Daten der Bundesbank sind aufgrund der Datenerhebung immer einige Monate im Verzug.  Im Januar 2018 lag der durchschnittliche Effektivzinssatz für die Laufzeit 5 – 10 Jahre bei 1,65% im Oktober 2021 bei 1,10%.
Die Abbildung 5 gibt die Entwicklung für längere Kreditlaufzeiten an.

Bauzinsentwicklung über 10 Jahre Zinsbindung

Abb. 5: Bauzinsen Entwicklung: Mittleren Effektivzinssätze für Immobilienzinsen, Laufzeiten über 10 Jahre anfängliche Zinsbindung, von 2003 bis Oktober 2021. Datenquelle: bundesbank.de

Im Januar 2003 lag der durchschnittliche Effektivzinssatz für die längerfristigen Baukredite (über 10 Jahre) bei 5,38% im Oktober 2021 bei nur 1,29%.

Zinsverlauf in den vergangenen Jahren

Die zeitliche Veränderung der Zinssätze für die Baufinanzierung ist von offizieller Seite und auch von der Privatwirtschaft (Kreditinstitute) etc. gut dokumentiert. Was ganz allgemein bei Zinsen festzustellen ist, trifft auch für die Immobilienzinsen zu: Es geht seit Jahren nur in eine Richtung, nämlich nach Süden: Die Zinssätze befinden sich in einer veritablen Baisse. Zur Freude aller Schuldner, zu denen in der Regel auch die Bauherren gehören.

Die Bauzinssätze korrelierten in der Vergangenheit eng mit den Renditen für Pfandbriefe und. Denn die Immobilienfinanzierer akkumulieren die vergebenen Baukredite zu Bündeln und veräußern diese dann am Finanzmarkt. Da viele Pfandbriefe börsentäglich gehandelt werden, sind die Daten transparent und historisch verfügbar, was für die Immobilienzinsen so nicht der Fall ist.

Die Bundrenditen als Indikator für die Bauzinsentwicklung

Für den Bauherren ist die aktuelle Zinssituation sicher wichtiger als der historische Trend. Aber gerade um das Marktumfeld und den Ist-Stand zu objektivieren, auch unter psychologischen Aspekten, kann ein Blick in die historische Entwicklung der Bauzinsen hilfreich sein. Die Renditen der Staatsanleihen, die so genannten Bundrenditen korrelieren relativ gut mit der Zinsentwicklung der Immobilienfinanzierung.

2019

Zusammenfassung: Die meisten Analysten erwarten bei den Zinsen in 2019 keine großen Entwicklungen. Der Konsens für die geldpolitische Entwicklung in den USA sind 1 bis 2 Leitzinserhöhungen in den USA durch die FED. Die EZB dürfte Ende 2019 einen, vermutlich sehr kleinen, symbolischen Zinsschritt vornehmen.
Im September 2019 wurden die historischen Tiefststände bei den Bauzinsen erreicht. In 2019 hat die Amerikanische Notenbank 3 Leitzinssenkungen getätigt, Bauherren konnten von der Zinsentwicklung in Deutschland deutlich profitieren.

Commerzbank Prognose

Die Analysten der Commerzbank rechnen in Ihrer Research-Prognose nicht mit einer Leitzinserhöhung durch die EZB noch in diesem Jahr: „Die Notenbank wird nach Einschätzung der Commerzbank-Experten ihren Leitzins nicht schon 2019 anheben, sondern erst im März 2020 – ohne damit einen Zinserhöhungszyklus einzuleiten. „Eine wirkliche Wende der Geldpolitik ist im Euroraum weiterhin nicht in Sicht“, so Krämer.“

ING

Die ING geht von „alles beim Alten“ in diesem Jahr aus. Entsprechend sieht die Bank keine Rezession, aber auch kein deutliches Wachstum. Bei den Zinsen wird keine Position bezogen.

Postbank

Die Postbank hat für Ihren Ausblick den Titel „Höhere Bauzinsen in 2019“ gewählt und erklärt die Einschätzung mit den Worten „Dagegen dürften die geldpolitische Trendwende im Euroraum und die solide Konjunkturentwicklung wieder stärker in den Fokus der Marktteilnehmer treten und für höhere Zinsen sorgen. Baufinanzierungen könnten sich 2019 in der Folge verteuern.“

Prognose der Postbank für Bauzinsen 2019

Die Postbank erwarten steigende Zinsen für Wohnungsbaukredite. Quelle: Postbank.de

Rückblick auf die Voraussagen 2018

Ein kleiner Wehrmutstropfen für alle, die bisher noch nicht in den eigenen 4 Wänden wohnen. Die Tiefst-Zinsen gab es in 2016, nach den Erwartungen allen Analysten, werden diese Zinssätze von deutlich unter 1,0% zukünftig nicht wieder erreicht. Ein Szenario für einen erneuten Zinsabsturz wäre nur durch einen schweren Einbruch in der Weltkonjunktur, durch einen globalen Krieg wie den Einsatz von Atombomben etc. denkbar.

Die Amerikanische Notenbank wird nach ihren Ankündigungen im September 2017 und im Januar 2018  bis Ende 2018 weitere Leitzinserhöhungen durchführen.

Die EZB wird aller Voraussicht nicht vor Ende des Anleiheprogramms die Zinsen anheben und damit nicht vor Ende 2018, wahrscheinlich sogar erst in 2019 (Pressemitteilung 26.10.2017). Aufgrund der hohen Verschuldung der südlichen EU Länder wie Italien, Portugal, Spanien etc. wird eine Zinserhöhung vermutlich nur in moderaten Minischritten erfolgen. Damit ergibt sich für Immobilienzinsen in 2018 eine Prognose mit moderaten Zinsplus von ca. 0,3%. Unsere Prognose 2019 liegt bei durchschnittlich 1,8% zum Jahresende für Baukredite mit 5 jähriger Laufzeit und 2,1% für die 10 jährige Laufzeit.

Bundesbank

Die Bundesbank geht in Ihrem Monatsbericht Juni von wenig Veränderungen auf dem Zinsmarkt aus: „“Bei anhaltend expansiver Geldpolitik des Eurosystems haben sich die Erwartungen bezüglich der zukünftigen Zinsentwicklung seit Abschluss der Dezember-Projektion kaum verändert.“

Monatsbericht Februar 2018: „Auf Grundlage seiner wirtschaftlichen und monetären Analyse beließ der EZB-Rat die Leitzinsen im Berichtszeitraum unverändert. Der Hauptrefinanzierungssatz liegt damit weiterhin bei 0%, die Zinssätze für die Spitzenrefinanzierungs- und die Einlagefazilität liegen bei 0,25% und – 0,40%. Der EZB-Rat geht weiterhin davon aus, dass die Leitzinsen für längere Zeit und weit über den Zeithorizont seines Nettoerwerbs von Vermögenswerten hinaus auf ihrem aktuellen Niveau bleiben werden.“

März: Flucht ins Betongold – Droht eine Blase am deutschen Immobilienmarkt?

Leitzinserhöhungs-Phantasien

Bundesverband Öffentlicher Banken Deutschlands, VÖB, e.V.

Der VÖB geht von einer robusten und dynamischen Wirtschaftsentwicklung in Deutschland aus und geht in seiner Februar Prognose von steigenden Renditen bei den 10-jährigen
Bundesanleihen in den nächsten 2 Monaten aus. Der Trend für die kommenden 6 Monate wird ebenfalls Zins positiv eingeschätzt.

Commerzbank

Die Bank gehört zu den Wenigen in der Branche, die bereits in 2018 mit einer Leitzinserhöhung der EZB rechnen, ferner gehen sie von 4 Zinserhöhungen in den USA aus, wie in der Prognose angegeben ist: „In den USA dürfte die nahende Vollbeschäftigung die Kerninflation allmählich anziehen lassen. Um einer Überhitzung vorzubeugen, wird die Fed im Jahr 2018 die Zinsen wohl weitere viermal anheben.
„Weil im Euroraum die Kerninflation tendenziell die EZB-Erwartungen enttäuschen dürfte, rechnen wir 2018 noch nicht mit einer Zinserhöhung der EZB.“
„Im Euroraum dürften die zehnjährigen Bundrenditen sich 2018 in der Tendenz weitgehend seitwärts bewegen.“

Konkret geht das Commerzbank Research Team in der Prognoseeinschätzung „Konjunktur und Finanzmärkte Februar 2018“ zum Ende 2018 von 3% Rendite für die 10-jährigen US-Treasury und 0,60% für die 10-jährigen Bundesanleihen aus

Deutsche Bank Prognose

Die Deutsche Bank bzw. das Research Team geht für 2018 von einer robusten Konjunktur mit einem BIP-Wachstum von 2,3% und einer Inflationsrate von weniger als 2% aus. Eine Leitzinserhöhung im Euroraum sieht die Bank erst in 2019. Aufgrund der Zinsentwicklung und den anderen Einflussfaktoren sieht die Deutsche Bank in Ihrer Prognose die 10jährigen Bauzinsen Ende 2018 bei 2%.

ING DiBa

Die DiBa gibt keine umfassende Prognose zur Entwicklung der Hypothekenzinsen ab. Immerhin schreibt sie in ihrem Ausblick 2018: „Auf den ersten Blick spricht wenig dagegen, dass 2018 nicht auch sehr positiv wird. Die Eurozone läuft gerade erst so richtig warm und die Rahmenbedingungen, wie niedrige Zinsen und ein schwacher Euro, bleiben positiv.“ Damit geht auch die ING DiBa von keiner starken Veränderung am Zinsmarkt in den kommenden Monaten aus.

Seitwärtsbewegung?

interhyp Prognose

Das Institut geht auf kurze Sicht von sich seitwärts bewegenden Zinsen aus. Für 2018 erwarten die Experten ein Zinsanstieg von 0,3%. Wobei die EZB mit ihrer Geldpolitik den Ausschlag über die genaue Entwicklung geben wird.  Ob der Zinsmarkt auf EZB Entscheidungen mit dauerhaft mit steigenden Zinsen oder nur kurzfristig mit erhöhter Volatilität reagiert wird sich zeigen. Der Prognose der interhyp ist aber zu entnehmen: „Zum jetzigen Zeitpunkt spricht einiges dagegen, dass die Zinsen in den kommenden Monaten signifikant steigen werden.

Postbank

Auch die Zins-Experten der Postbank rechnen in Ihrer Prognose („Die Zinsen steigen“) mit anziehenden Hypothekenzinsen. Sie vermuten eine frühere als von den Märkten eingepreiste Leitzinserhöhung und führen als zinssteigenden Einflussfaktor die Beendigung des Anleiheankaufprogramms an.
Aber dramatische Änderungen werden nur bei einem starken Anstieg der Verbraucherpreise erwartet: „Bei den Hypothekenzinsen dürfte sich die jüngste Aufwärtsbewegung der Renditen bald bemerkbar machen. Bauherren und Immobilienerwerber sollten sich die noch sehr günstigen Konditionen durch eine möglichst langfristige Zinsfestschreibung sichern. So schnell dürfte die Zeit historisch niedriger Zinsen aber auch nicht enden. Die Notenbanken werden die Zinsen eher vorsichtig anheben, um eine unerwünschte Dämpfung der Konjunktur zu vermeiden. Sollte die Inflation wegen der sehr guten Konjunkturentwicklung aber schneller als erwartet ansteigen, könnten der Handlungsdruck bei den Notenbanken zunehmen und die Zinsen auch sprunghaft ansteigen.“

Wie entwickelte sich eigentlich das Baugeld 2016?

Baugeld PrognoseExperten der Finanzwirtschaft beantworteten diese Frage zu Beginn des Jahres 2013 damit, dass sie die Zinsen für Baufinanzierungen mit zehnjähriger Laufzeit Ende des Jahres bei rund 3,4 Prozent sehen. Immobilienerwerber konnten sich über diese Fehleinschätzung des Marktes durch eben die Experten freuen. Rund ein Viertel günstiger konnten angehende Immobilienbesitzer ihre Traumimmobilie noch Ende 2013 finanzieren. Der durchschnittliche Zinssatz betrug 2,6 Prozent p. a. und lag damit deutlich unter der Prognose. 2014 erfolgte ein weiterer deutlicher Rückgang des Zinsniveaus für Baugeld bis zum Jahresende, mit Tiefstständen von bis 1,20% für 5 Jahre Laufzeit. Eine weiterhin positive Situation für Hausbauer in den letzten Monaten 2015 und sieht auch die Deutsche Bank Research mit ihrem Marktausblick Baufinanzierung. Nach Einschätzung der Wissenschaftler dürfte im Quartal I 2016 keinen Zinsanstieg bevorstehen.

Der Hauskredit ist damit immer noch eine echte Alternative zur Miete. Die Miete bekommt der Vermieter und ist für den Mieter unter dem Aspekt der Geldanlage verlorenes Kapital. Mit einem Eigenheim wird dagegen aktiv die eigene Geldanlage kontinuierlich aufgebaut.

Bauzinsen hängen nicht nur vom Leitzins der EZB sondern auch vom deutschen Pfandbriefindex ab. Dieser berücksichtigt neben den Leitzinsen allerdings auch noch weiterreichende ökonomische Faktoren, beispielsweise Kaufkraftverlust oder Wirtschaftswachstum. Die deutsche Wirtschaft erwartet für 2016 nur noch eine moderate Wirtschaftsentwicklung. Eine steigende Inflationsrate könnte durch die „Normalisierung der Energiepreise im Vorjahresvergleich“ erfolgen. Ein Anstieg der Inflation wiederum bedeutet zeitweise regulatorische Maßnahmen, sprich Zinserhöhungen, durch die Zentralbanken (individuelle Auswirkungen auf eigenes Kapital können mit dem Inflationsrechner durchgeführt werden). Hier könnten durchaus Kriterien „versteckt“ sein, die zu einem leichten Anstieg im Baugeld in den nächsten Jahren sprechen. Auf der anderen Seite steht der Leitzins. Kaum noch vorhanden, ist er dennoch so präsent wie selten zuvor. Immerhin sorgt er für extreme Kapitalmarktsituationen.

Für die EZB gibt es bei einer Betrachtung der gesamten europäischen Wirtschaftsleistung keine Chance, den Leitzins nach oben zu schrauben. Die Deflation in Griechenland und die Stagnation auf der Iberischen Halbinsel lassen einen Zinsanstieg nicht zu, im Gegenteil. In diesen Märkten fehlt es an allen Ecken und Enden an Liquidität, die Kreditinstitute erweisen sich zurzeit als eines der Hemmnisse, die südeuropäische und südosteuropäische Wirtschaftsmaschinerie wieder anzustoßen. Erst ein Anstoßen der Produktivität würde auch wieder die dringend benötigten Arbeitsplätze schaffen, die wiederum zu einer Erhöhung der Konsumquote führen und im Rahmen der Spirale höhere Steuereinkommen für die angeschlagenen Mitgliedsstaaten der EU brächten. Von diesem Szenario ist Europa aber noch weit entfernt. Bauherren und mögliche Immobilienerwerber müssen sich in nächster Zeit nicht sorgen, dass die Baugeldzinsen überproportional ansteigen werden. Die Talsohle ist aber sehr wahrscheinlich bereits erreicht und auch wenn kurzfristig noch Seitwärtsbewegungen erfolgen, mittelfristig dürfte es moderat nach oben gehen.

Historie

2016
Mai
Die Zinsen für den Hauskredit dürften in den kommenden Wochen seitwärts tendieren, denn es könnten sich zwei Entwicklungen bei den Zinsen neutralisieren: Die amerikanische Notenbank hat in ihrer Sitzung im Dezember erstmals die Leitzinsen erhöht. Auf der anderen Seite dürfte die EZB ihr Anleiheankaufprogramm eher ausweiten und die Leitzinserhöhung noch über das Jahr 2016 oder sogar 2017 hinaus verschieben.

2015

Juni – Juli 2015: Der nahezu dramatische Anstieg der Renditen für mittel- und langfristige Bundesanleihen innerhalb von wenigen als 6 Wochen hat viele Anbieter veranlasst, kurzfristig die Baufinanzierungszinsen heraufzusetzen. Die Finanzmärkte sind aktuell sehr volatil und das dürfte in den kommenden Monaten so weiter gehen. Davon sind auch die Zins-Futures betroffen. Die Wahrscheinlichkeit für eine Zinswende ist deutlich gestiegen.

Literatur

CME Group – FED Funds Future. Aktuelle Daten.

PIMCO – Zusammenhänge

 

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