Nur auf den ersten Blick entscheident: Sollzins

Sollzins BaufinanzierungFür Darlehensnehmer ist der Sollzins auf den ersten Blick der entscheidende Kostenfaktor für ein Darlehen, der effektive Jahreszins stellt allerdings beim Kreditvergleich die entscheidende Größe dar. Der Grund dafür liegt in den Kreditnebenkosten wie dem Disagio oder auch Kosten für eine Sondertilgung, die beim Sollzins nicht enthalten sind.

Die rechtliche Stellung von Sollzinsen ist in der Preisangabenverordnung geregelt, nach PAngV § 6 gilt: „(1) Bei Krediten sind als Preis die Gesamtkosten als jährlicher Vomhundertsatz des Kredits anzugeben und als „effektiver Jahreszins“ zu bezeichnen. Satz 1 gilt auch beim Angebot eines Sollzinses für die Vertragslaufzeit nach Ablauf einer Sollzinsbindung.“

Der Sollzins kann während der Darlehenslaufzeit entweder festgeschrieben oder variabel sein. Der nominale Sollzins berücksichtigt keinerlei weitere Kosten. Sollzinsen preisen für die Bank das Risiko des Kreditausfalls ein.

Vergleich Bauzinsen - hier aktuell

 

Die Höhe des Sollzinses ist bei Ratenkrediten bonitätsabhängig

Baufinanzierungen verfügen durch die Grundschuldbestellung über die höchste Sicherheit. Vor diesem Hintergrund fallen Bauzinsen auch am niedrigsten aus. Der Sollzins für Ratenkredite liegt im günstigsten Fall leicht über dem einer Baufinanzierung, wird jedoch in den meisten Fällen bonitätsabhängig festgelegt. Damit hat nicht nur die persönliche finanzielle Situation des Kreditnehmers Auswirkungen auf den Zinssatz, sondern auch der Beruf, die Branche und der Wohnort. Die Besicherung eines Ratenkredites erfolgt in der Regel über eine Gehaltsabtretung, ein Umstand, der den Sollzins günstiger gestaltet als für einen Überziehungskredit. Der Sollzins für eine Kontoüberziehung liegt bei den meisten Banken deutlich im zweistelligen Bereich, ein Umstand, der neben Verbraucherschützern auch immer wieder die Politik auf den Plan ruft.

Unterschiede von varibalen Sollzins Variabel und Sollzins gebunden

Tagesgeldzinsen oder Zinsen auf Sparbucheinlagen sind Veränderungen unterworfen, sie werden an den jeweiligen Kapitalmarktzins angepasst. Bei Krediten, nicht nur bei Baufinanzierungen, besteht für den Darlehensnehmer die Auswahl zwischen einem ebenfalls variablen Zins oder einem gebundenen Zinssatz.

Sollzins variabel

Vereinbart ein Darlehensnehmer mit seiner Bank einen variablen Zinssatz, entscheidet er sich zum einen für eine zinsgünstigere Variante, zum anderen jedoch für ein gewisses Zinsrisiko. Steigt der Zinssatz an, wird auch die variable Verzinsung angepasst. Die Strategie der variablen Verzinsung macht Sinn, wenn das Darlehen in  einer Hochzinsphase abgeschlossen wird.

Sollzins fest/gebunden

Gebundene Zinsen liegen, je nach Dauer der Zinsbindung über dem Zinssatz einer variablen Verzinsung, bieten dem Kreditnehmer aber die Sicherheit, dass er für den vereinbarten Zeitraum mit einer gleichbleibenden Rate kalkulieren kann. Die Banken auf der anderen Seite lassen sich die Sicherheit bezahlen – je länger die Zinsbindung gewählt wird, um so höher fällt der Zinssatz aus. Während einer Niedrigzinsphase sollte die Dauer der Festschreibung so lange wie möglich, idealerweise für die gesamte Darlehenslaufzeit gewählt werden.

 

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